Der Ring des Nibelungen - Siegfried


Richard Wagner (1813 – 1883)

Zweiter Tag
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend; Uraufführung am 16. August 1876 in Bayreuth; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. März 1985

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Besetzung

Musikalische Leitung Sir Simon Rattle
Donald Runnicles (10.01.2014)
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne, Kostüme Peter Sykora
Siegfried Lance Ryan
Mime Burkhard Ulrich
Der Wanderer Samuel Youn
Mark Delavan (10.01.2014)
Alberich Eric Owens
Fafner Tobias Kehrer
Ante Jerkunica (10.01.2014)
Erda Ewa Wolak
Brünnhilde Evelyn Herlitzius
Susan Bullock (10.01.2014)
Ein Waldvogel Siobhan Stagg
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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„Der „Zeittunnel“ bildete die architektonische Grundlage auch für SIEGFRIED. Aber offensichtlich war das Publikum dankbar, ihn in den ersten Bildern der SIEGFRIED-Akte bis zum Schluss des 2. Aufzuges nicht so beherrschend wahrnehmen zu müssen wie in DAS RHEINGOLD und DIE WALKÜRE. Mime hatte – das war unser Gedanke – für Siegfried im Tunnel eine Kinderwelt gebildet. Peter Sykora entwickelte das nach dem Patchwork im Kinderzimmer unseres Sohnes Johannes. Die Schmiede wurde zur Hälfte auf die Unterbühne gebaut, dramaturgische Erinnerung an Nibelheim. Den Wald im 2. Akt bildeten Tarnnetze vom Militär, die zunächst auch den Drachen verbargen, ehe er als feuerspeiendes Ungetüm aus dem Hintergrund hervorbrach. Fafner zeigte sich sterbend wie ein Panzerkommandant, der blutverschmiert die Kanzel aufklappt, um Siegfried seinen Weg vorauszusagen. Der Waldvogel sollte die erste Inkarnation des Weiblichen sein, die Siegfried erfährt. So sang der Waldvogel sichtbar in einem Flugwerk. Der Wald aus Tarnnetzen verschwand, als Siegfried am Ende des 2. Aktes im Zeitentunnel den Weg suchte zur Frau auf dem Felsen. Sykora umgab Erda, die aus der Unterbühne erschien, mit Totems der Informationstechnik. Der Wanderer, auf einer Plattform über ihr stehend, verbannt sie und ihr Wissen in den Untergrund. Siegfried trifft ihn vor einer Wand, hinter deren Türen Feuer glüht. Der Wanderer stößt eine von ihnen auf, um Siegfried den Weg ins Verderben oder ins Überleben zu öffnen. Mit zerbrochenem Speer geht der alte Gott ab in die Kulisse wie ein ausgedienter Bühnenstar. Von hinten aus dem Tunnelgewölbe nähert sich Siegfried im Schlussbild Brünnhilde. Er erweckt sie zu neuem, aber schließlich leidvollem Menschenleben.“ (Götz Friedrich, 1990)

„Die Märchenmotive, die für Chéreaus Deutung des Stücks eine so zentrale Rolle spielten, sind hier weitgehend der Metaphorik und der symbolisierenden Ausdeutung geopfert. Daraus hat Götz Friedrich eine bis auf das Schlussduett stringente, in Einzelszenen – so vor allem in Mimes Mordwahn und Tod am Ende des zweiten Aktes – eindringlich überzeugende Deutung des Dramas gegeben. Der Gewinn für das dramaturgische Verständnis ist beträchtlich: Siegfrieds Fragen und Mimes zögernde Erklärungen im ersten Akt verlieren den Charakter einer lästigen Rekapitulation der Vorgeschichte. Siegfrieds Ekel vor der um Liebe buhlenden Unterwürfigkeit Mimes und sein Träumen von der Mutter motivieren sich wechselseitig, so dass der Titelheld die unangenehmen Züge des gefühlskalten Schlagetots verliert. Auch Mime ist bei Götz Friedrich nicht einfach der berechnende, jahrelang zuwartende Giftmischer. Er ist bei Friedrich schon im ersten Akt krank. Und der Wechsel zwischen gleisnerischer Kontrolle über die eigenen Gedanken und dem Ausplappern des Bösen wirkt in dem erschreckenden letzten Auftritt Mimes wie die Selbstzerstörung der Figur. Dass Siegfried ihn umbringt, ist nicht mehr die fällige, nachträglich gerechtfertigte Beseitigung des Widerlings, sondern eine Art notwendiger Unfall, in dem der Krankheitsprozess zum Ende kommt.“ (Norbert Miller, Süddeutsche Zeitung)

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts